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Erfahrungsbericht Francisco Jofre Cobo

Wer bin ich? In welchen Ländern wurde ich bisher juristisch ausgebildet?

Mein Name ist Francisco Jofre Cobo. Ich bin chilenischer Rechtsanwalt und habe mein Studium der Rechtswissenschaften 2018 in Chile beendet. Außerdem habe ich einen LL.M. in Umweltrecht an der Universidad del Desarrollo in Santiago de Chile erworben. In Chile habe ich Unternehmen in Handels- und Arbeitsrecht beraten sowie landwirtschaftliche Betriebe und öffentliche Institutionen in Fragen des Wasserrechts unterstützt. Ende 2023 bin ich nach Deutschland gekommen, um an der Universität zu Köln einen zweiten LL.M. zu absolvieren, mit dem Ziel, das deutsche Rechtssystem kennenzulernen und hier beruflich Fuß zu fassen.

Wie bin ich auf den LL.M. für im Ausland graduierte Jurist*innen der Universität zu Köln aufmerksam geworden?

Auf den LL.M.-Studiengang der Universität zu Köln bin ich durch eine Google-Suche nach Masterprogrammen in Deutschland gestoßen. Das Programm hat mich sofort angesprochen, weil es speziell für im Ausland ausgebildete Jurist*innen entwickelt wurde, die fundierte Kenntnisse im deutschen Recht gewinnen möchten – genau das, was ich gesucht habe. Die Reputation der Universität und die Qualität der Dozenten haben meine Entscheidung bestärkt. Zudem ist Köln eine lebendige und attraktive Stadt, die ein ideales Umfeld zum Studieren und Leben bietet.

Für welche Kompetenzeinheit habe ich mich im LL.M. entschieden und weshalb?

Ich habe mich für die Kompetenzeinheit „Öffentlichkeit, Regulierung und Investitionsschutz“ entschieden, da mein berufliches Interesse im Umweltrecht liegt, insbesondere im Bereich natürlicher Ressourcen (Wasser, Energie, Bergbau, Forst). In Chile habe ich im Bergbau- und Wasserrecht gearbeitet und wollte meine Kenntnisse im Energierecht erweitern. Diese Spezialisierung war ideal, da sie Themen wie Staatsrecht, öffentliches Recht, Umweltrecht, Energierecht und Investitionsschutz umfasst – genau das, was ich für meine berufliche Weiterentwicklung brauchte.

Was hat mir an dem Masterprogramm besonders gut gefallen?

Besonders beeindruckt hat mich die hohe Qualität der Dozenten, die ihre Kurse mit klar strukturierten und umfassenden Inhalten gestaltet haben. Der LL.M. hat mir nicht nur die fachlichen Inhalte nähergebracht, sondern auch die deutsche Methodik der Fallanalyse und Problemlösung sowie den aktuellen Stand der Rechtsprechung vermittelt. Besonders spannend fand ich, zu lernen, wie man Fälle analysiert und juristische Fragen präzise beantwortet – eine sehr wertvolle Fähigkeit für die Praxis. Außerdem war der Austausch mit Jurist*innen aus verschiedenen Ländern eine Bereicherung, die meine Perspektive erweitert und anregende Diskussionen gefördert hat.

Welche Arbeitsmöglichkeiten haben sich mir nach dem LL.M. in Deutschland geboten?

Ich glaube, dass es in Deutschland viele berufliche Möglichkeiten für Jurist*innen gibt. Über das Alumni-Netzwerk der Universität habe ich eine Stelle als Werkstudent bei EB-Sustainable Investement Management GmbH, einer Tochtergesellschaft der Evangelischen Bank, die sich auf Investitionen in erneuerbare Energien spezialisiert, gefunden. Mittlerweile bin ich dort als Contract and Legal Manager Real Assets tätig. Ich finde, dass die Kombination aus dem Studium des deutschen Rechts und praktischer Erfahrung in einem Unternehmen der perfekte Weg ist, um in den deutschen Arbeitsmarkt einzusteigen. So kann man die Kenntnisse aus dem Herkunftsland mit den neuen Fähigkeiten aus Deutschland verbinden und eine frische, neugierige Perspektive einbringen. Ich bin überzeugt, dass im Ausland ausgebildete Jurist*innen viel beitragen können, da sie mit Neugier und Engagement innovative Lösungen entwickeln. Mein Tipp: Keine Angst vor einer fremden Sprache oder einem fremden Rechtssystem! Mit den vorhandenen Kenntnissen und dem, was man im LL.M. lernt, kann man in Deutschland wirklich etwas bewegen.